In der Stadt erscheint uns der gebaute Raum beinahe als etwas Organisches – als selbstverständliche Umgebung unseres Lebens. Nur selten nehmen wir wahr, dass nahezu alles, was uns umgibt, erdacht, geplant und von Menschen geschaffen wurde.
In den Bergen treten diese gebauten Körper aus dieser Selbstverständlichkeit heraus. Isoliert vom städtischen Kontext und der alpinen Landschaft gegenübergestellt, erzählen sie von der Kraft, der Schönheit und dem Grauen menschlicher Schöpfung. Sie erscheinen als Zeichen einer fundamentalen Grenzziehung: zwischen Zivilisation und Natur, zwischen dem von uns Geschaffenen und dem vermeintlich Vorgefundenen.
Doch diese Trennung ist eine Konstruktion. Der Mensch steht der Natur nicht gegenüber, er ist selbst Natur. Über den weitaus größten Teil seiner Geschichte war er unmittelbar in natürliche Zusammenhänge eingebunden. Der gebaute Raum ist demgegenüber ein junges Phänomen – und zugleich eine der fundamentalen Voraussetzungen unseres Zivilisationsverständnisses. Er schützt uns vor den natürlichen Elementen, schafft Distanz und ermöglicht die Vorstellung einer von Natur unabhängigen menschlichen Sphäre.
Diese Körper, das sind wir.

















