Territorium

Alpine Schutzbauten markieren eine präzise Grenze zwischen Naturraum und Zivilisation. Lawinenverbauungen, Dämme, Galerien, Stützmauern und Steinschlagnetze schreiben sich als technische Strukturen in die Landschaft ein – funktional und zugleich von einer eigentümlichen, unbeabsichtigten gestalterischen Kraft.

Die Serie betrachtet diese Eingriffe als Zeichen eines historisch gewachsenen Technologieoptimismus: der Vorstellung, Natur berechnen, kontrollieren und verfügbar machen zu können. In ihrer Radikalität verkörpern die Bauwerke das ambivalente Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt. Sie versprechen Sicherheit und ermöglichen Besiedelung, Mobilität und wirtschaftliche Nutzung; zugleich zeugen sie vom Anspruch, natürliche Prozesse den Bedürfnissen der Zivilisation unterzuordnen.

So erscheinen die Schutzbauten als Monumente einer fortschrittsgläubigen Weltaneignung, deren Grenzen angesichts der Klimakrise zunehmend sichtbar werden. Was als Ausdruck von Kontrolle errichtet wurde, wird zugleich zum Zeichen ihrer Fragilität.